Wie Nearshoring-Teams in Portugal die Digitalisierung vorantreiben
Handelsblatt Journal · 25.10.2024
Abhängigkeit von externen Dienstleistern bringt häufig Herausforderungen mit sich. Große Unternehmen verfügen oft nur über eine interne Entwicklungsquote von etwa 25 %, während der Rest extern eingekauft wird. Ein Personenjahr kostet bei großen Software- und Beratungsunternehmen rund 170.000 Euro. Vor allem die digitale Transformation erfordert Geschwindigkeit, um führende Marktpositionen zu sichern. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei der Aufbau interner Softwarekompetenz, um schnell auf sich verändernde Kundenanforderungen reagieren und Produktupdates zeitnah bereitstellen zu können.
Warum Portugal der ideale Nearshoring-Standort ist
Portugal hat sich bereits als führender Technologiestandort in Südeuropa etabliert – insbesondere durch seine geopolitische Stabilität, die hohe Qualität der agilen Zusammenarbeit („Ease of Agile Cooperation“), ausgezeichnete Lieferqualität und großes Engagement. Portugiesische Entwickler zeichnen sich durch ein starkes Engineering-Mindset sowie umfassende Kompetenzen in Prozess- und Datenmodellierung aus. Zudem übernehmen sie erfahrungsgemäß schnell Eigenverantwortung. Darüber hinaus verfügt Portugal über die zweithöchste MINT-Absolventenquote Europas und einen überdurchschnittlich hohen Frauenanteil in technischen Studiengängen. Der Vergleich zeigt: Die Kosten für Softwareentwickler sind in Portugal in vielen Bereichen bis zu 70 % niedriger als in Deutschland. Gleichzeitig weisen portugiesische Technologieunternehmen im Vergleich zu Osteuropa mit weniger als 7 % eine deutlich geringere Fluktuationsrate auf.
Typische Herausforderungen beim Aufbau von Nearshoring-Kapazitäten
Die Personalkosten sind ein wesentlicher Hebel zur Optimierung: Im Durchschnitt liegen sie bei etwa 40.000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig steigert ein höherer Anteil interner IT-Wertschöpfung die Kostenvorteile zusätzlich. Entscheidend ist jedoch die Geschwindigkeit: Im Gegensatz zu externen Dienstleistern entfallen bei internen Entwicklungsteams langwierige Ausschreibungsprozesse – die Arbeit kann sofort beginnen und Ergebnisse werden schneller geliefert.
Qualifizierte Fachkräfte werden unmittelbar benötigt und nicht erst in einigen Jahren. Der Aufbau von Know-how über den lokalen Arbeitsmarkt, steuerliche Rahmenbedingungen und Vertragsprozesse erfordert jedoch Zeit. Vor allem ist der Zugang zu Entwicklernetzwerken entscheidend, um leistungsstarke Teams zusammenzustellen.
Xelerate übernimmt deshalb den vollständigen Aufbau eines Software-Engineering-Standorts und setzt dabei auf ein starkes lokales Team aus Technologieexperten mit langjähriger Erfahrung als CTOs, Product Owner und Softwarearchitekten. Die besten Talente werden durch den direkten Austausch gewonnen – ohne den Umweg über Personalvermittler. Dies ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Der Weg zu mehr eigener Softwarekompetenz
Für den dänischen Facility-Management-Spezialisten ISS Group baute Xelerate im Jahr 2023 ein nachhaltiges Team mit mehr als 70 Entwicklern auf, das operativ vollständig in die globale ISS-Organisation integriert ist. Reines Headhunting ist dabei keine nachhaltige Lösung. Es genügt nicht, lediglich 70 Entwickler einzustellen – entscheidend ist der Aufbau eines erfahrenen Teams, das zuverlässig Ergebnisse liefert.
Wichtige Bausteine hierfür sind eine attraktive Unternehmenskultur sowie leistungsfähige Enabling Services. Zu diesem Zweck stellt Xelerate ein erfahrenes lokales Team in Porto bereit, das die operative Führung übernimmt und den Aufbau sowie die Skalierung der neuen Organisation verantwortet.
Für den weltweit tätigen Logistikkonzern Kühne+Nagel aus Hamburg stellte Xelerate innerhalb von nur fünf Monaten 50 erfahrene Softwareingenieure als Kernteam auf. Dieses bildete die Grundlage für eine Organisation, die inzwischen auf rund 250 Mitarbeitende angewachsen ist.
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